Kindergarten Chatka Puchatka, Polen - 2018
Geschrieben von Johannes

Kloster LeubusMit Händen und Füßen … und Renata

Auch in unserer zweiten Kita, in der wir die letzten beiden Wochen unseres Polen-Aufenthalts verbringen, wurden wir von den Erzieherinnen herzlich aufgenommen.

Eine Hilfskraft der Kita, Renata, kann ein bisschen Deutsch und fungiert da, wo weder unsere Brocken Polnisch, noch unsere Hände und Füße für eine erfolgreiche Kommunikation reichen, als Dolmetscherin. So hat sie uns auch gleich eine Führung im Kloster von Lubiaz (im Deutschen: Leubus) organisiert, dass der Stolz der Region ist.

Schulführung

Raum Kita LubiazKita und Schule gehören in Lubiaz zusammen, auch wenn sie räumlich voneinander getrennt sind. Der Schuldirektor ist gleichzeitig auch Kitaleitung der 4-gruppigen Kita, die geschätzt um die 80-90 Kinder haben dürfte. An unserem ersten Tag haben wir so nicht nur die Kita, sondern auch gleich die Schule gezeigt bekommen. Eine Deutschlehrerin der Schule nahm sich viel Zeit für uns und half uns offene Fragen zu klären.

Musik mit KarlisEin positiver Effekt: Karlis bekam von der Schule eine Gitarre für unsere Zeit in Lubiaz ausgeliehen, so dass sie nun auch mit der internationalen Sprache der Musik mit den Kindern und Erzieherinnen kommunizieren kann.

Ist ein Austausch überhaupt möglich?

Ich muss zugeben, als der erste Tag in Lubiaz vorüber war dachte ich: „Meine Güte, das kann ja heiter werden!“ Auch wenn wir sehr herzlich empfangen wurden - ein richtiger Austausch über die pädagogische Arbeit in Deutschland und Polen schien mir aufgrund der Sprachbarrieren kaum möglich.

Renata bemühte sich sehr darum uns so viel wie möglich zu übersetzen, aber einerseits fiel ihr das schwer, andererseits hatte sich natürlich auch noch andere Aufgaben zu erledigen und konnte nicht immer in unserer Nähe herumschwirren.

Wo ein Wille ist …

Essensraum Kita LubiazAm Ende der Woche war ich dann jedoch fasziniert davon wie viel Austausch stattfinden konnte! Meine Befürchtungen des ersten Tages wurden widerlegt. Das lag einerseits an der hohen Motivation der polnischen Erzieherinnen und von uns trotzdem Wege der Kommunikation zu finden, andererseits daran, dass man im pädagogischen Alltag mit den Kindern so viele Anlässe hat auf jede erdenkliche Art zu kommunizieren.

Über Drucktechniken

Schwammdruck Kita LubiazAls wir bei den 3-jährigen Kindern waren, zeigte uns Jola, die Erzieherin, Bilder, die die Kinder mit Hilfe von zerkleinerten Spülschwämmen gemacht haben. Karlis fand das sehr spannend und mit Hilfe von Renata erzählte sie, dass sie selbst mit Spielzeugautos Druckbilder angefertigt hat mit einer Kindergruppe.

AutoDruckRenata und Jola waren sofort Feuer und Flamme angesichts dieser Idee. Sie sammelten sogleich Autos in der Gruppe zusammen, holten Papier, Farbe und Kinder, die Lust hatten, und ließen sich von Karlis zeigen wie es ging.

Von Planeten, Fröschen und Hunden an der gelben Leine

Andere Anlässe voneinander zu lernen boten beispielsweise Lieder. Karlis spielte auf der ausgeliehenen Gitarre deutsche Kinderlieder, was die Kinder fasziniert zuhören ließ. Mit Hilfe von Renata ließ sich der Text vom Hund Bimbo, der mit seinem Frauchen an der gelben Leine geht, vermitteln.

Wir lernten Lieder über Frösche (www.youtube.com / Żabki) und über die Liebe zu unserer Erde kennen (www.youtube.com / Moja Planeta Piosenka), die es sich als Ohrwürmer in unseren Köpfen ausdauernd gemütlich gemacht haben.

Tanzen mit JolaSelbst wenn wir nicht alles verstehen konnten, halfen Musik, Rhythmus und begleitende Bewegungen zu verstehen, worum es geht oder auch einfach am Gruppengeschehen teilzunehmen. Karlis und Renata haben zusammen den Frosch-Lied-Text auf Deutsch übersetzt, so dass das Lied nun auch in deutschen Kitas Einzug erhalten kann.

Es folgten in unserer bisherigen Zeit in Lubiaz viele solcher Situationen, in der wir trotz der sprachlichen Distanz viele Brücken zueinander bauen und voneinander lernen konnten. Das zu erleben fand ich sehr schön.

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